|
Bauernhof- und
Schützenmuseum in Illerbeuren
Das Schwäbische Bauernhofmuseum
Illerbeuren lädt Sie ein zu einem Besuch und einem Rundgang durch die Geschichte
Schwabens.
Mit mehr als 30
Gebäuden aus vier Jahrhunderten wird hier nicht nur Vergangenes lebendig. Im
weitläufigen Museumsgelände warten nicht nur eingerichtete Häuser und Höfe,
sondern viel Interessantes zu allen Themen rund um die ländliche
Kulturgeschichte.
Das Schwäbische
Bauernhofmuseum Illerbeuren ist das Freilichtmuseum für den Regierungsbezirk
Schwaben, der sich von Oberstdorf im Süden bis nach Nördlingen im Norden
erstreckt. Das Bauernhofmuseum beherbergt auch das Schwäbische Schützenmuseum.
Die Einrichtung
wird getragen von einem Zweckverband, dem der Bezirk Schwaben,
der Landkreis Unterallgäu und der Heimatdienst Illertal
e. V. angehören.
Das Museum wurde
bereits 1955 eröffnet und ist damit das erste Freilichtmuseum in Süddeutschland.
Es befindet sich trotz seiner langen Geschichte ständig im Ausbau, der durch den
Erwerb weiterer Grundstücksflächen möglich wurde.
Das
Freilichtmuseum zeigt in erster Linie Zeugnisse der ländlichen Baukultur, also
eingerichtete Häuser und Höfe, aber auch spezielle Objektsammlungen, thematische
Ausstellungen und vieles mehr, das zum Verständnis der ländlichen
Kulturgeschichte beträgt.
Kartause Buxheim
Am Ausgang des 11.
Jahrhunderts traten an verschiedenen Orten Europas Reformbewegungen des
Mönchtums hervor. Ziel dieses Aufbruchs war die Rückkehr zu den Idealen der
Armut, Demut, zu Gebet und spirituellem Lebens in Abgeschiedenheit von der Welt.
Der Hl. Bruno von
Köln war einer der hochmittelalterlichen Reformer. Er baute in der Chartreuse,
einer einsamen Berggegend nahe Grenoble, eine neue Lebensgemeinschaft, die
Askese und Eremitentum mit gemeinsamem klösterlichen Leben verband. Aus ihr ging
der Orden der Kartäuser hervor, der sich bis zum Spätmittelalter über Europa
ausgebreitet hatte und großes Ansehen genoss.
Das Dorf Buxheim an
der Iller, erstmals im 10. Jahrhundert erwähnt, war Sitz eines kleinen Stifts.
Der letzte Probst Heinrich von Ellerbach holte mit einer großzügigen Schenkung
im Jahre 1402 die Kartäuser nach Buxheim.
Das Kloster war bald sehr
geachtet und wuchs durch zahlreiche Wohltäter zu einer stattlichen Größe heran.
Durch die Reformation in der
benachbarten Reichsstadt Memmingen geriet die Kartause in der 1. Hälfte des 16.
Jahrhunderts in große Schwierigkeiten. Als sich das Haus Habsburg zur
Schutzmacht über Buxheim erhob, kam das Kloster in sicheres Fahrwasser und wurde
einzige Reichskartause in Deutschland.
Nach den Wirren des 30jährigen
Krieges brach eine neue Blütezeit für die Kartause an.
Ende des 17. Jahrhunderts setzte
eine Bauwelle in den süddeutschen Klöstern ein, so auch in Buxheim. Prior
Johannes Bilstein gab den Auftrag zur Umgestaltung der Anlage im Stil des
Barock. Den Künstler Ignaz Waibl beauftragte er mit der Errichtung eines
Chorgestühls, das zu den bedeutendsten dieser Epoche gehört.
Auch die
spätgotische Kirche wurde umgebaut und erhielt neben dem Chorgestühl eine neue
Ausstattung. Die Gebrüder Dominikus und Johann Baptist Zimmermann wirkten viele
Jahre in Buxheim und schufen u.a. die Anna-Kapelle, auch Perle des Rokoko
genannt, und einen prächtigen Bibliothekssaal. Ebenso wurden Kreuzgang und
Zellenhäuser erneuert.
Ein frühes Meisterwerk von
Dominikus Zimmermann begegnet uns in der benachbarten Buxheimer Pfarrkirche St.
Peter und Paul wieder |